Zurück aus Leipzig

mit vielen Begegnungen, guten Vorträgen und noch mehr Vorsätzen. Hier wie versprochen die Präsentation meines Vortrags „Baustelle Informationskompetenz“ vom Dienstagvormittag im Panel „Kooperationspartner Schule“.

Hier der noch nicht ausgearbeitete Redetext.

It takes a village…

So lautete der Titel des Vortrages, den ich am gestrigen Donnerstag beim **11. Deutsch-Niederländischen Bibliothekentag“ in Aurich gehalten habe.

Wie dort versprochen, hier die Präsentation und der Redetext.

…und hier noch die zugehörige Präsentation

mit der Bitte um Anmerkungen aus der Community. Mein erster Versuch, auch Arbeitstechniken an SuS zu vermitteln.

Arbeitstechniken für Oberstufenschüler

Wir würden gerne Oberstufenschülern das Arbeiten mit CITAVI & Co beibringen. Was den SuS meist nicht klar ist – obwohl „digital natives“ – dass Programme vielfach über Plugins/Addons/Apps „zusammenarbeiten“.

Hier ein erster Entwurf für ein Handout (ergänzt durch eine Livepräsentation) mit der Bitte um Anregungen.

Arbeitsschritte bei der Arbeit

…mit schriftlichen Quellen

Ein wesentliches Hilfsmittel bei der Speicherung und Verwertung der Quellen sind Literaturverwaltungsprogramme, hier

CITAVI

Kommerzielles Programm aus der Schweiz für die WINDOWS-Welt. Kostenlos für kleinere Projekte (< 100 Eintragungen). Viele Universitäten besitzen Campuslizenzen für ihre Studierenden. Mit einem Hilfsprogramm (Citavi-Picker) können aus den Browsern (FIREFOX, CHROME)heraus direkt Einträge (bibliographische Daten, Webseiten, PDFs) erzeugt werden. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, Gliederungen anzulegen („outlining“) und damit Zitate und eigene Ideen („Wissenselemente“) zu organisieren . Komfortable Schnittstelle (Plugin) zu Textverarbeitungsprogrammen (WORD, LIBREOFFICE etc), mit der Zitate und Literaturverzeichnisse bzw „Wissenselemente“ bequem eingefügt werden können.
Bezug: http://www.citavi.org/

ZOTERO

Kostenloses Programm, das für WINDOWS, aber auch für den MAC und LINUX verfügbar ist. Daten können außerdem in einer Cloud gespeichert werden. Läuft direkt im Browser (FIREFOX) oder arbeitet über einen „Connector“ mit der Desktopversion des Programms (CHROME). Ansonsten ähnliche Funktionalität wie CITAVI.
Bezug: http://www.zotero.org/

Ich erstelle eine erste Gliederung

nachdem ich

  • Wikipedia und Lexika zu Rate gezogen habe
  • eine Mindmap (oder ähnliches erstellt habe)
  • Mögliches Hilfsmittel: FREEMIND

und übertrage die Gliederung in mein CITAVI-Projekt

Ich suche Literatur

dabei gibt es mehrere Möglichkeiten

  • über die Literaturverzeichnisse schon vorliegender Bücher oder Aufsätze
  • über Bibliothekskataloge (für uns in erster Linie der Gemeinsame Verbundkatalog – GBV http://gso.gbv.de/). Hier gefundene Titel können meist über Fernleihe bestellt werden.

Ich arbeite mit der Literatur

  • und lese zuerst die Einleitung, die Wesentliches zusammenfasst
  • orientiere mich am Inhaltsverzeichnis / Register und
  • lese die Abschnitte, die für mein Thema relevant sind
  • Exzerpte werden in CITAVI als GEDANKEN im jeweiligen Gliederungspunkt
  • Zitate beim jeweiligen Titel – unter Angabe von Seitenzahl und Gliederungspunkt (= KATEGORIE, Auswahl mit F9) gespeichert.

Zuletzt: Übernahme aus CITAVI und abschließende Arbeiten in der Textverarbeitung

Ergänzungen und Übergänge einfügen
Rechtschreibprüfung, stilistische Feinarbeiten

Weitere Hilfsprogramme

EVERNOTE

Mächtiges Programm zum Speichern und Verwalten von Notizen, Bildern, Dokumenten (pdf!), Internetseiten… Diese werden in einer Cloud gespeichert und sind damit von überall zugänglich.
Es können mehrere Notizbücher angelegt und Schlagwörter vergeben werden. Addons/Apps für die gängigen Browser zur einfachen Datenübernahme.
Läuft auf allen Plattformen (Windows, iOS, Android..).
Die kostenlose Version hat gewisse Einschränkungen im monatlichen Uploadvolumen und bei der Suchfunktion.
Bezug: https://evernote.com/intl/de/

FREEMIND

Einfaches kostenloses Mindmapprogramm. Die Mindmaps können in CITAVI als Wissenselemente importiert werden.
Bezug: http://freemind.sourceforge.net/wiki/index.php/Download

WRITEMONKEY

Einfacher Texteditor zum ablenkungsfreien, schnellen Schreiben. Kann HTML und MARKDOWN (einfache Auszeichnungssprache) und exportiert nach HTML (für Blogs etc) und nach WORD.
Bezug: http://writemonkey.com/download.php

ZETTELKASTEN

Kostenloser elektronischer „Karteikasten“ mit zusätzlichem „Schreibtisch“. Läuft auf allen PC-Systemen. Bedarf einiger Einarbeitungszeit, verfügt aber über sehr mächtige Werkzeuge zur Wissensorganisation. Ist einen Blick wert.
Bezug: http://www.zettelkasten.danielluedecke.de/

Hier eine Erläuterung (auf Englisch!):
https://strengejacke.files.wordpress.com/2015/10/introduction-into-luhmanns-zettelkasten-thinking.pdf

MISSION

Eine erste Kritik an einem materialgebundenen Verständnis des Berufes

Der ANL – so werde ich ihn nun abkürzen – entfaltet sich ausgehend von der zentralen Mission der Bibliotheken, wie Lankes & Co sie verstehen:

(Quelle: http://quartz.syr.edu/blog/wp-content/uploads/2015/02/142.png)

Der rote Faden folgt aber nicht ganz der Wortfolge: Mission – Knowledge Creation – Facilitating – Communities – Improve Society – Librarians.

Bei dem ersten Punkt Importance of a Worldview geht es einerseits um grundlegende Theorien, zuerst aber um einen entscheidenden Perspektivwechsel.

In many ways, this entire Atlas is intended to make clear a worldview of librarianship not founded in materials, but outcomes and learning. (p 15)

Dem wird man spontan zustimmen. Doch wie sieht die Praxis aus?

However, look at the budgets that most libraries spend on materials and the activities surrounding them. Between buying, licensing, cataloging, shelving, housing and circulating things, what is left? (ebd.)

Nach wie vor durchsuchen große und gut bezahlte Lektorate den Markt nach dem “Guten Buch”. Allein an der Produktion des Informationsdienstes arbeiten über 80 Institutslektoren und über 300 feste Rezensenten. Kolleginnen, die direkt mit Menschen arbeiten („Sie immer mit Ihren Jugendlichen…“), sind in der Regel deutlich schlechter bezahlt. Unsere Weltsicht ist immer noch sehr materialbezogen. Im Augenblick verkünden wir ja lautstark, dass wir vieles auch digital haben.

Für David steht im Zentrum der Beruf:

I have long contended that a room full of books is simply a closet but an empty room with a librarian in it is a library. (p 16)

Oder wie Kolleginnen in Schweden zu ihrer Verblüffung erfahren haben:

Bibliothekbbinich

„Members Not Patrons or Users.“

Ich werde mich in den folgenden Wochen mit einem außergewöhnlichen Buch auseinandersetzen, dem 2011 erschienenen „The Atlas of New Librarianship“ des an der Universität Syracuse,NY lehrenden Kollegen R. David Lankes. Dies wird keine bibliothekswissenschaftliche Exegese, sondern ein nüchternen Blick auf die hohe Theorie mit den Augen eines Kleinstadtbibliothekars. Das Abarbeiten an diesem – durch die sehr gewöhnungsbedürftige Grafik erst einmal abschreckenden, gar monströs wirkenden – Werk hat mir geholfen, einiges deutlicher zu sehen. Und viele Gedanken sind mir doch sehr vertraut!

Schon auf den ersten Seiten wirft er eine Frage auf, die mich auch schon lange umtreibt: wie nennen wir eigentlich die Leute, die zu uns kommen?

  • Leser? – passt bei 40 % Medienanteil an der Ausleihe nicht mehr so recht
  • Benutzer? – (user) klingt irgendwie nicht so gut
  • Kunden? – (patrons) passt schon besser, aber das legt uns schon auf ein bestimmtes Denken fest, wir bieten auf dem „Markt“ etwas an, die Leute „kaufen“ es (uns ab) oder nicht

David erzählt von einer Kollegin, die etwas Ungeheuerliches tat:

she asked folks in the library what they wanted to be called.

Das erst einmal erstaunliche Ergebnis: „members“, Mitglieder. Beim Lesen fiel mir ein, dass bei der Anmeldung viele sagen, sie möchten gerne Mitglied der Bücherei werden.

So I use member. They are members of a community, a library, or a conversation (and often all three at the same time). (p 8)

Wir werden diese Sprachregelung nun übernehmen. Doch was für ein Denken steht dahinter?

Ein kurzer Blick auf unsere Julius-Club-Aktivitäten

Obwohl wir zur Zeit mehr in Facebook unterwegs sind, soll doch dieser Blog nicht ganz vernachlässigt werden. Gestern erarbeiteten wir ganz klassisch mit Fotoapparat und Präsentationssoftware eine kleine Fotogeschichte.

 

 

Neues für die Kreativen…

Wir haben unsere Hobby-Ecke wieder aufgestockt:

           

                 

und noch viele andere Bücher.

Viel Spaß beim Stöbern, Nachmachen, Kreativsein und Verschenken.

 

Ein „Quantensprung“ in unserem Onlinekatalog…

Lang erwünscht…nun duch die Büchereizentrale Niedersachen, unserem Katalog-Host realisiert, die Anzeige von Buchcovern in unserem Onlinekatalog:

ScreenClip

Danke an das Team in Lüneburg!