Der 3. Literaturcocktail

den Kollege Dieter Dollau am letzten Samstag geöffnet hat, fand wieder großen Zuspruch.

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Damit auch alle, die keine Zeit hatten, in den den Genuss seiner Besprechungen kommen, werden sie hier in den nächsten Tagen dokumentiert.

Beginnen möchte ich mit einem Titel, bereits häufig besprochen wurde und den sie vielleicht bereits gelesen haben. Daniel Kehlmann neuem Roman Ruhm. Kehlmann gehört ja seit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“ von 2005 zu den Stars, populären Schriftstellern des Literaturbetriebs.

„Ruhm“ ist kein richtiger Roman, sondern es sind neun Geschichten, die durch verschiedene Personen zusammengehalten werden.

In der ersten Geschichte geht es um einen Techniker, Ebling mit Namen, der sich eher widerwillig sein erstes Handy gekauft hat. Und dann wird er auch angerufen, angerufen von Menschen die er gar nicht kennt, und die ihn auch noch für einen anderen halten, für den Schauspieler Ralph Tanner. Offensichtlich ist die Telefonnummer 2mal vergeben worden. Als Ebling bei der Hotline anruft, erhält er aber eine klare Abfuhr. Das kann nicht sein, so etwas gibt es nicht.

Also nimmt Ebling die Rolle des Ralph Tanner an, und er gerät in eine Welt der Medien, Agenturen, Tanners Frauengeschichten. Ebling fühlt sich gut, ist fast süchtig, fürchtet aber aufzufliegen, nicht mehr angerufen zu werden.

Neue Technik, wie Handy und das Internet spielen eine wichtige Rolle. Kehlmann beschreibt das furios in der Geschichte „Ein Beitrag zur Debatte“, in der die Welt der Chatrooms, Mailboxes, herrlich aufs Korn genommen wird.

Kehlmann spielt mit der Sprache und mit seiner Rolle als Autor.

Lesenswert


Alan Bennett

Die souveräne Leserin

2008 Wagenbach

Die Corgies sind schuld. Die Hunde der Queen laufen in den Bücherbus, der hinter dem Palast parkt. Und die Queen hatte sich verpflichtet gefühlt, ein Buch auszuleihen. Wenn sich die Queen durch etwas auszeichnet, dann durch Pflichtbewusstsein. Und so hatte sie das Buch nicht nur gelesen, sondern sich am nächsten Mittwoch ein neues ausgeliehen. Diesmal eine leichtere Lektüre als beim ersten Mal. Und sie hatte Norman getroffen, der in der Küche arbeitete , aber offensichtlich viel von Büchern verstand. Ein so heller Kopf als Küchenjunge ?

Kurzerhand wird Norman zum persönlichen Pagen der Königin befördert, um sie mit der entsprechenden Lektüre zu versorgen. Und das ist erst die erste einer Reihe von Veränderungen, die der Hofstaat misstrauisch beobachtet.

Nichts ist mehr wie vorher. Die Gespräche mit den Besuchern verändern sich. Nicht mehr die Art der Anreise ist gefragt, sondern die Queen befragt ihre Gäste nach der aktuellen Lektüre. Selbst bei Staatsgespächen wird jetzt über Literatur gesprochen.

Der Hofstaat ist sich einig – eine lesende Königin , dagegen muß etwas unternommen werden.

Absolut köstliche Lektüre

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Ein Gedanke zu „Der 3. Literaturcocktail

  1. Bernd sagt:

    „Ruhm“ war das zweite Buch, dass ich von Daniel Kehlmann gelesen habe. Das erste war natürlich „Die Vermessung der Welt“. Und ich war nach dem zweiten noch beeindruckter als vorher. „Die Vermessung der Welt“ war schon richtig gut, aber „Ruhm“ ist fantastisch. Ich denke es werden noch große Bücher aus der Feder des relativ jungen Autors Kehlmann fließen…

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