Cocktail Nr.2

Andrea Maria Schenkel  


Bunker

2009 Edition Nautilus



 

Nach „Tannöd“ und „Kalteis“ ist dies der dritte Kriminalroman von Andrea Schenkel.

Die Geschichte

Eine junge Frau wird an ihrem Arbeitsplatz überfallen und verschleppt. Der Täter bringt die junge Frau in eine alte Mühle , in deren Nähe er früher gewohnt hat. Zu dieser Mühle gehört auch ein Bunker. Die Autorin schildert zunächst recht ausführlich die Qualen der Entführten. Die verbundenen Augen, die Stricke, die Schläge, die Brutalität des Entführers, die Erde des Bunkers, nasskalt und glitschig. Schließlich fordert der Entführer den Tresorschlüssel, den Monika, so heißt die junge Frau, gar nicht hat.

Dann wird’s merkwürdig, bizarr. Die Entführte hat die Chance zu fliehen, vermasselt es aber, und es entsteht eine Art Komplizenschaft zwischen den Täter und Opfer. Man plant, den Chef gemeinsam zu überfallen.

Das ist dann doch recht sonderbar. Die Sprache der Autorin ist recht kalt und der erste Teil ist ziemlich grausig.

Der Roman wird immer aus verschieden Perspektiven erzählt, sowohl aus der Täter- und der Opfersicht. Dazu gibt es eine dritte Stimme, die immer ein Stück voraus scheint.

Die Konstruktion wirkt etwas holprig, auch scheint die Geschichte für solch einen schmalen Band überladen.

Das ist dann auch mein Problem mit diesem Buch. Sehr viel Stoff, erzählt aus 3 Sichtweisen mit einem für mich unbefriedigendem Ende.





Kai Weyand

Schiefer eröffnet spanisch

2008 Wallstein

 

Ich könnte ja sagen, dies sei ein Buch für Weintrinker. Denn getrunken wird in diesem Buch sehr viel. Die Geschichte spielt im Badischen. Deshalb eben Wein und kein Bier.Es geht aber nicht um Wein, sondern um Schule.

Der Ich-Erzähler ist ein Privatdetektiv, der in seiner Stammkneipe gegen seinen Schachcomputer spielt. Eines Tages trifft er auf Schiefer, der ihn zu einer Schachpartie herausfordert. Die Herren stellen fest, dass sie beinahe Nachbarn sind, und so treffen sie sich regelmäßig zum Schachspiel im „Schmalen Wurf“, so heißt das Lokal.  

Schiefer ist ein frühpensionierter Lehrer, der einen Untermieter aufgenommen hat, da er sich seine Wohnung sonst nicht mehr leisten kann.

Allerdings ist Theo Mai, der Untermieter, ein Junglehrer der gerade seinen Dienst antritt. Für Schiefer ist das eine Horrorvorstellung, sieht er doch sein eigenes, wenig ruhmreiches Schicksal vor Augen. Schiefer entschliesst sich zu einem Experiment. Er versucht möglich alles über Theo Mai zu erfahren. Ziel dieses Unternehmens : Bin ich, Schiefer gescheitert aus mangelnder Qualifikation, oder bin ich ein Opfer des Systems. Und ergeht es anderen, wie Theo Mai, genauso wie mir.

Lehrer müssen jetzt nicht aufschreien.

Der Autor praesentiert  gescheiterte Existenzen und hat überhaupt nicht die Absicht, einzelne Schuldige zu finden.

Die Beobachtungmethoden werden immer irrwitziger, bis Schiefer und der Detektiv schließlich Theo Mai in ihre konspirativen Aktivitäten einweihen.

Der Text beobachtet haarscharf die Situation an deutschen Schulen und ist äußerst amüsant zu lesen.   

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