Archiv der Kategorie: Lesetipps

Neue Handarbeitszeitschriften

Nach unserem Koffermarkt, bei dem sehr viel Kreativität gezeigt wurde, kamen vermehrte Anfragen, ob wir nicht noch weitere Handarbeits- bzw. Modezeitschriften abonnieren könnten.

Um die Nachfrage zu klären, haben wir jetzt erst einmal „vereinzelte“ Hefte  angeschafft.  Darunter auch einige Sonderhefte. Schauen Sie doch einfach mal vorbei.

Hier einige Beispiele:

Viel Spaß beim Handarbeiten und Schneidern.

 

 

 

Konfirmation und Kommunion

Auch wenn es zeitlich fast zu eng wird: Wir haben noch schnell ein paar Bastelbücher und -hefte zum Thema Konfirmation und Kommunion angeschafft. Hier eine kleine Auswahl:

Damit dieser besondere Tag für die jungen Menschen auch etwas Bleibendes hat.

Endlich…

… ist der 2. Teil der Jahrhundert-Saga von Ken Follett erschienen.

„Winter der Welt “ ist als Buch und als Hörbuch in der Stadtbücherei vorhanden.

Viel Spaß beim Lesen bzw. Hören

Graphic Novels

Endlich! Wir können eine kleine Auswahl an Graphic Novels anbieten!

Wir haben nun einen Tisch für diese wunderbar gestalteten Bücher, auf den sie direkt zugehen wenn sie die Bücherei betreten. Bei der Signatur handelt es sich um eine kleine Abbildung aus der Graphic Novel „Ein neues Land“ von Shaun Tan.

Aber was sind Graphic Novels eigentlich?

Es handelt sich dabei um illustrierte Romane, um nicht zu sagen Comics für Erwachsene, welche hauptsächlich einen hohen thematischen Anspruch besitzen und sich daher  komplett von dem bekannten Heftcomic unterscheiden. Ebenso ist die Sprache nicht mit „normalen“ Comics zu vergleichen, handelt es sich bei einer Graphic Novel doch immer noch um einen Roman in Bildern erzählt. Es sind oft komplexe, sogar autobiografisch inpirierte Geschichten die kunstvoll in einem Buch dargestellt werden. Für jeden ist etwas dabei, von Fantasy bis hin zu ernsten Themen wie Magersucht.
Und die Auswahl wird stetig wachsen!

Getaggt mit , , ,

Nach dem Umbau wird gelesen

Nach all den Beiträgen zum Umbau der Bücherei, erscheinen heute endlich mal wieder Buchtipps, diesmal im Bereich der Bilderbücher.

Schöne, fantasievolle und besondere Bilderbücher sind in den vergangenen Wochen erschienen, hier eine kleine Auswahl:

Peter Carnavas: Edward und der letzte Baum

Eine Welt ohne Farben, voller Beton und Autos – so nimmt der kleine Edward seine Stadt wahr.

Glücklicherweise kennt Edward den letzten schönen Ort – den Baum am Ende der Strasse. Jeden Tag fährt er mit seinem Dreirad dort vorbei, vergisst seine Umgebung und genießt die Ruhe. Doch eines Tages muss er feststellen, sein Baum wurde abgeholzt! Einige Tage trauert Edward um seine grüne Oase, bevor er seinen eigenen, ganz speziellen grünen Begleiter entdeckt, den er von nun an immer mit sich herumfahren kann.

„Guerilla Gardening“ in Bilderbuchformat.

Catherine Rayner: Erik

Was muss gemacht werden, damit ein riesiger Elch in ein viel zu kleines Buch passt?

Das ist eine sehr gut Frage! Mit Hilfe eines kleinen Freundes und viel Papier und Klebeband könnte Erik erfolgreich sein, wer weiß…

Wer wissen möchte, ob zusätzliches schieben, scharren und strampeln helfen, der sollte sich Catherine Rayners wunderbares Bilderbuch „Erik“ bei uns ausleihen!

Martin Auer: Schlafen gehen

Alle gehen schlafen: Fotografen, Menschen aus Bremerhaven, der Schäfer mit seinen Schafen, Geografen und alle die wir auf unserer Reise trafen.

   Mit kurzen Reimen begleiten uns Martin Auer und Lotte               Bräuning in den Schlaf.

 

Alves, Katja: Gertrud und Gertrud

Ungünstig, wenn Eltern ihren Kindern die gleichen Namen geben und sie dann auch bei noch Gertrud heißen. Nach ewigen Verwechselungen, beschließen die Schwestern, dahin zu fliegen, wo es keine andere Gertrud geben würde- selbstverständlich getrennt voneinander.

Nach einigen Jahren des Lebens in der Ferne, kehren beide Gertruds nach Hause zurück und müssen feststellen, dass nun auch alle weiteren Geschwister auf „Gertrud“ hören.

Ein schönes Bilderbuch zum Thema Individualität und die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit.

Ulf Nilsson: Bagger, Traktor, Mauersegler

Tanklöschfahrzeug, Abschleppwagen, Müllwagen, Gabelstapler, Laster, Eiswagen, Sattelschlapper, Betonmischer…. All diese Fahrzeuge kann man bei einem Spaziergang durch die Stadt entdecken. Aber auch Marienkäfer, Ameisen und Mauersegler gehören zum Stadtbild. Auf dem Weg zum Bücherbus der Stadtbibliothek erkunden drei Kinder ihre Umgebung und sehen Dinge, die wir als Betrachter des Bilderbuches wohl erst bei zweiten Durchblättern gefunden hätten. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

Catharina Valckx: Pfoten hoch!

 Von seinem Vater soll Hamster Billy das Gangstern lernen. Ausgestattet mit einer leeren Pistole, Gürtel, Maske und Hut beginnt er seine Mission. Der pfotenlose Regenwurm bekommt als erstes sein zaghaftes „Pfoten hoch“ zu hören, die Maus nimmt Billy nicht ernst und der Hase läuft schnurstracks an ihm vorbei. Erst den Fuchs kann er beeindrucken und sogar in die Flucht schlagen. Hamster Billy wird nie ein guter Gangster werden, aber dafür hat er drei neue Freunde gefunden.

Charlotte Gastaut: Die große Reise von Fräulein Pauline

Paulines Welt ist bunt, ihre Fantasie blühend und sie nimmt uns mit auf ihre Reise.

Aufräumen, Zähne putzen, zuhören und ins Bett gehen sind lange nicht so spannend wie ein Flug hinauf in den Himmel, ein Besuch im Zauberwald, ein Tauchgang zum Meeresgrund und der Flug mit einem Luftballon.

Ein zauberhaftes Bilderbuch mit großartigen Illustrationen! Nehmen Sie sich die Zeit, Geister, Fabelwesen und Meerjungfrauen zu entdecken und gehen sie mit Fräulein Pauline auf eine lange Bilderbuchreise!

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Endlich mal wieder: Lesetipps!

Ob für Erwachsene, „Twenty-Somethings“ oder Jugendliche…

Geschichten und Romane zum Thema Freundschaft, besonders die zwischen Außenseitern, bevölkern im Augenblick den Buchmarkt!

„Tschick“ von  Wolfgang Herrndorf  war nicht nur für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011 nominiert, sondern steht jetzt auch auf der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011.

Maik, schwer verliebt und aus „gutem Hause“ stehen langweilige Sommerferien bevor. Seine Mutter wird die Wochen in einer Entzugsklinik verbringen und sein Vater flüchtet mit seiner Sekretärin zu einer Dienstreise. Wie gut, dass Maik vor den Ferien einen neuen Klassenkameraden bekommt: Tschick! Tschick ist mit seinem Bruder aus Russland geflohen, schlecht in der Schule und Profi im Autos knacken. In einem geklauten Auto machen sich die ungleichen Freunde dann auch auf den Weg zu Tschicks Verwandten in die Walachei. Das sie nie dort ankommen werden, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, was unterwegs allerdings auf sie wartet, sollten Sie unbedingt selbst lesen!

Robert Williams ist im früheren Leben Buchhändler gewesen und hat mit „Luke und Jon“ einen wunderbaren, kurzen Roman über die Freundschaft zweier Jungen geschaffen, die beide am Rand der Gesellschaft stehen.

Durch einen Autounfall hat Luke seine Mutter verloren und seinen Vater gleich mit, denn seit dem Ableben seiner Frau trinkt und schweigt er, kümmert sich nicht um seinen Sohn und verschließt sich in seiner Holzwerkstatt. Ein Umzug in das beschauliche Duerdale soll neue Strukturen in das Leben von Vater und Sohn bringen. Durch einen Zufall lernen die beiden den Außenseiter Jon kennen, bekommen einen Einblick in sein schweres Leben und lösen ihre Zweierverbindung, um ihn aufzunehmen.

„Luke und Jon“ – ein wunderbares, kleines Buch über Trauer, Zweisamkeit und den Beginn einer leisen Freundschaft.

Was in der Kindheit als tiefe Freundschaft und kleine Schwärmerei begann, entwickelt sich in „Der Sommer, als ich schön wurde“ zu einer unerfüllten, aber romantischen Liebesgeschichte.

Belly, die Protagonistin des Jugendbuches wartet nur auf den Sommer, denn wie jedes Jahr fährt sie mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder ins Sommerhaus einer lang befreundeten Familie. Seitdem Belly sich erinnern kann ist sie in Conrad, den Sohn der Familie verliebt. Nachdem er sie jahrelang als kleine Schwester angesehen hat, bemerkt auch er ihre Veränderungen zur selbstbewussten jungen Frau. Aber kann er über seinen Schatten springen, in welchem Verhältnis steht Belly zu Conrads jüngerem Bruder und warum zieht sie mit Cam um die Häuser? Dieses wunderbar leise und langsame Jugendbuch verkürzt die Wartezeit auf den Sommer.

Winterzeit ist Lesezeit

Pünktlich zum Wochenende gibt es heute wieder Lesetipps aus der Stadtbücherei:

Lisa-Marie Dickreiter:

Vom Atmen unter Wasser

Bloomsbury 2010

Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, das einem den Schauer über den Rücken jagt und gleichzeitig zu Herzen geht…

Genau so eine Buch ist „Vom Atmen unter Wasser“ von Lisa-Marie Dickreiter.

Familie Bergmann, eine durchweg intakte Familie, bis zu dem Tag, an dem die 16-jährige Tochter Sarah auf dem Rückweg von einer Party ermordet wird. Ihre Mutter Anne begeht am ersten Jahrestag des Todes einen Selbstmordversuch, daraufhin bittet der Vater den erwachsenen Sohn, wieder zu Hause einzuziehen und sich um die Mutter zu kümmern.

Simon, der stets im Schatten seiner jüngeren Schwester stand, schafft es tatsächlich, seine Mutter für kurze Augenblicke aus ihrer Trauer zu befreien.

Aber wer kümmert sich um ihn und seine Art des Abschiednehmens?

Finn-Ole Heinrich: Räuberhände

Mairisch 2007

Eine tiefe Freundschaft, das bestandene Abitur und ein lange nicht thematisiertes Ereignis treiben Samuel und Janik nach Istanbul.

Samuel wurde von der Familie seines besten Freundes aufgenommen, da seine Mutter ihre Tage lieber Alkohol trinkend vorm Supermarkt der Stadt verbringt und keine Zeit für ihren Sohn hat. Janik hingegen rebelliert gegen den Haushalt seiner Oberstudienräte-Eltern. Gemeinsam machen sie sich in der türkischen Hauptstadt auf die Suche nach Samuels Vater, den spärlichen Erzählungen der Mutter nach soll er aus Istanbul kommen.

Sie finden alles – nur nicht Samuels Vater…

John Vaillant : Der Tiger

John Vaillant

Der Tiger

2010 Blessing Verlag

Ein Thriller der anderen Art. Tatort, die russische Taiga ; das Opfer, Wladimir Markow, ein Wilderer ; der Täter, ein Tiger.

Eine Geschichte mit drei Hauptfiguren.

Die Geschichte eines Raubtiers, das offenbar überlegt und mit voller Absicht handelte, um einen Menschen zu töten, eben jenen Wilderer Markow. Und die des Wildhüters Juri Trusch, der den Tiger, ein Kraftpaket von 4m Länge und 300 Kilogramm schwer, schließlich zur Strecke brachte.

Dies geschah im Dezember 1997 im „fernen Osten“ Russlands, in Primolje, der Region um den Fluss Amur an der Grenze zu China. In dieser einmaligen Landschaft, wo im Winter Minus 40 Grad herrschen und das Eis auf dem Fluss meterdick ist, prallt das Reich des Amurtigers auf das des Menschen.

Die Bewohner, hauptsächlich Fischer und Holzfäller, leben mit dem Tiger. Sie respektieren ihn als den Herrscher des Waldes. „Wenn du den Tiger entdeckst, hat er dich schon längst gesehen.“

Allerdings nimmt die Jagd auf den Tiger, das Wildern, erheblich zu, denn das Leben in der Region  ist kaum vorstellbar hart und die Händler aus China zahlen hohe Preise.

John Vaillant hat ein hier ein spannendes Buch vorgelegt.

Ich kenne Tiger nur aus dem Zirkus. Auf der einen Seite der Tiger, auf der anderen Seite ich ; dazwischen ein hohes Gitter. Nach der Lektüre von John Vaillant – Der Tiger –  wird das auch so bleiben.

Don Winslow : Tage der Toten

Don Winslow

Tage der Toten

2010 Suhrkamp

Ein spannendes Buch, ein aufrüttelndes Buch. Eine schwierige Lektüre. Die Story beginnt 1973, der Spezialagent Art Keller wird von der neuen Drogenbekämpfungsbehörde DEA als Fahnder in die mexikanische Provinz Sinaloa beordert. Nach zwei Jahren erfolgloser Arbeit lernt Keller die Brüder Adan und Raul Barrera kennen, die Söhne des wichtigsten Polizeioffiziers in Sinaloa. Die Männer verbünden sich im Kampf gegen die Opiumbauern und zerschlagen das Drogenimperium von Don Pedro Aviles, der dabei erschossen wird. Leider muss Keller erkennen, dass die Barreras Don Pedro nur deshalb gestürzt haben, um selbst die Führung eines neuen Drogenkartells zu übernehmen. Mit Flugzeugen gelangen riesige Mengen Kokain aus Kolumbien nach Mexiko, von wo aus sie über die Grenze in die USA geschmuggelt werden. Es ist der Beginne eines jahrzehnte langen Kampfes, bei dem es nur Verlierer geben kann.

Die Handlung umspannt einen Zeitraum von fast dreißig Jahren und Don Winslow entwirft ein blutiges Panorama des von Präsident Nixon ausgerufenen „War on Drugs“, der bis heute andauert. Neben den Hauptfiguren Art Keller und den Barreras gibt es viele weitere Charaktere, die bis in die kleinste Nebenfigur vielschichtig und glaubwürdig dargestellt werden. Don Winslow gliedert nicht in „Gut“ und „Böse“ , er zeichnet Figuren mit Gefühlen , selbst Drogenbosse und Mafiakiller.

„Tage der Toten“ ist ein Roman von beängstigender Realitätsnähe, düster und brutal. Ein Ausnahme-Thiller.

Oelker Die Nacht des Schierlings

Petra Oelker

Die Nacht des Schierlings

2010 Rowohlt Verlag

Der Tote, Bruno Hofmann, Konditormeister, zählte nicht gerarde zu den beliebtesten Bürgern der Hansestadt. Er war doch mehr Lebemann und Genussmensch. Aber war er wirklich ein Mitgiftjäger und Betrüger ? Viele Hamburger hatten gute Gründe , ihn zu hassen. Der Apotheker vom Opernhof, der junge Graf mit der fragwürdigen Vergangenheit, oder der stumme Akrobat Muto. Wollte auch Claas Hermanns den Konditor lieber tod als lebendig sehen, der so überraschend in die Runge’sche Konditorei am Rödingsmarkt eingeheiratet hatte  ?

Die Gerüchteküche brodelte, der Tod des Konditors war in Windeseile Stadtgespräch. War er betrunken ins Fleet gestürzt ? Oder stimmte es wirklich, das in seinem Rücken ein Messer steckte ? In Hamburgs Strassen und Gassen herrscht das Gerücht , es habe Streit gegeben zwischen Konditor Hofmann und Claas Hermanns, Streit wegen Molly, Hofmanns Stieftochter, die während Anne Hermanns Reise auf die Jersey-Inseln im Haushalt von Claas Hermanns gearbeitet hatte. Auch wenn er nie eine Affäre mit Mamsell Runge hatte, die üble Nachrede klebt wie Pech an Claas Hermanns.

Rosina Vinstedt wäre lieber ihrer wahren Passion, dem Theater, nachgegangen, zumal die Becker’sche Komödiengesellschaft gerade in der Stadt gastierte. Aber da ist dieser ungeheuerliche Verdacht gegen ihren Freund Claas Hermanns, und so macht sich die Komödiantin Rosina zusammen mit Weddemeister Wagner auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Denn es gibt tatsächlich jemanden, der sein Geheimnis nicht durch einen Menschen wie Bruno Hofmann zerstören lassen will. Und wie wenig fehlte , um den Schierlingsmord auf ewig unaufgeklärt zu lassen.

Petra Oelker liest am 25. Februar 2011 auf Einladung von LiteraturPlus Wesermarsch in der Reihe „Angst im Amtsgericht“ im Amtsgericht Nordenham. Beginn 19 Uhr 30